DATENSCHUTZ FÜR KINDER & JUGENDLICHE - Ihr praxisnaher Leitfaden

11.10.2021

Illustration von zwei Kindern, die nebeneinander auf dem Boden sitzen und konzentriert an ihren Laptops arbeiten; im Hintergrund kräftige lila und orange Farbakzente, symbolisierend digitale Mediennutzung und Datenschutz für Kinder und Jugendliche.

geändert am 29.07.2025

Datenschutz betrifft jede:n – und schließt Kinder und Jugendliche ausdrücklich mit ein. Im europäischen Datenschutzrecht und auch im kirchlichen Datenschutzrecht genießen diese Altersgruppen einen besonderen Schutz.

Kinder und Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich im digitalen Raum:

  • Soziale Netzwerke

  • Messenger-Dienste

  • Spiele-Apps

  • Digitale Lernplattformen

uvm.

Umso wichtiger ist es, dass sie frühzeitig ein Bewusstsein für den Schutz ihrer personenbezogenen Daten entwickeln. Ziel ist es, Datenschutz verständlich und alltagsnah zu erklären – ohne abschreckende Wirkung, sondern als Baustein eines verantwortungsvollen digitalen Verhaltens.

Altersgerechte Informationsangebote spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie helfen, komplexe Datenschutzthemen leicht verständlich zu vermitteln.


1        RECHTLICHER RAHMEN NACH DSGVO & KDG

Kernpunkt

Was für Sie wichtig ist

Einwilligungs­fähigkeit

Bei Angeboten der Informations­gesellschaft (Apps, Social‑Media, Streaming …) ist eine wirksame Einwilligung erst ab 16 Jahren möglich; darunter braucht es die Zustimmung der Eltern. Deutschland hat die optionale Absenkung auf 13 Jahre nicht umgesetzt.

(Art. 8 Abs. 1 DSGVO und § 8 Abs. 8 KDG)

Besondere Schutz­pflichten

Kinder und Jugendliche gelten als besonders schutzbedürftig; Verantwortliche müssen Reifegrad, Verständnis­niveau und Persönlichkeitsrechte zusätzlich berücksichtigen.

(Art. 8 DSGVO / § 8 KDG)

Transparenz­pflicht

Informationen zur Datenverarbeitung sind präzise, verständlich, leicht zugänglich und altersgerecht bereitzustellen.

(Art. 12 DSGVO / § 14 KDG)

💡 Handlungsempfehlung: Prüfen Sie, ob Ihre Datenschutz­­erklärungen und Einwilligungs­­prozesse für Kinder und Jugendliche altersgerecht verständlich sind – und ob ein digitaler Elternfreigabe‑Workflow vorhanden ist.


2        INFORMATIONSANGEBOTE FÜR KINDER

Angebot

Schwerpunkt

Einsatzmöglichkeit

Data‑Kids 

https://data-kids.de/  

Spielerisches Portal der Berliner Datenschutz­beauftragten; inkl. Bastel‑ & Lehr­material für Grundschulen.

Ideal für Projekttage oder AGs zum Thema „Meine Daten gehören mir“.

Internet‑ABC – Lernmodul „Datenschutz – das bleibt privat“

https://www.internet-abc.de/lernmodul-datenschutz/

Interaktive Lernmodule, Comics & Quiz zum sicheren Umgang mit persönlichen Daten.

Einsetzbar im Unterricht oder im Ferien­workshop – komplett kostenfrei.

➡️ Praxis‑Tipp: Binden Sie eines der Portale in Ihre nächste Unterrichts‑, Kita‑ oder Vereins­einheit ein und kombinieren Sie es mit praktischen Übungen (z. B. Webcam‑Abdeck‑Basteln).


3        INFORMATIONSANGEBOTE FÜR JUGENDLICHE

Angebot

Schwerpunkt

Einsatzmöglichkeit

YoungData

https://youngdata.de

Jugendportal aller deutschen Datenschutz­behörden – digitale Rechte, Alltagstipps & politische Teilhabe.

Projektwoche „Digitale Selbstbestimmung“ ab Klasse 9 oder im Jugendzentrum.

Handysektor – Rubrik „Datenschutz & Recht“

https://www.handysektor.de/datenschutz-und-recht

Praxis­tipps zu App‑Berechtigungen, Privatsphäre‑Checks & rechtlichen Grundlagen fürs Smartphone.

Social‑Media‑AG, Elternabend oder Azubi‑Schulung „Sicher auf dem Handy“.

➡️ Praxis‑Challenge: Lassen Sie Jugendliche einen eigenen „Privacy‑Guide“ auf Basis von YoungData & Handysektor erstellen und auf Social‑Media‑Kanälen Ihrer Einrichtung teilen. 📱


 

4     CHECKLISTE: HABEN SIE AN ALLES GEDACHT?

✅ Elternfreigabe für Nutzer:innen unter 16 Jahren eingerichtet?

✅ Altersgerechte Datenschutzerklärung veröffentlicht?

✅ Schulungsmaterial für Lehr‑ & Betreuungskräfte vorhanden?

✅ Technische Voreinstellungen „Privacy by default“ aktiviert?

✅ Notfallplan bei Datenschutzverletzungen ausgearbeitet?


FAZIT

Datenschutz ist kein Thema nur für Erwachsene. Wer Kinder und Jugendliche befähigt, ihre Daten zu schützen, legt den Grundstein für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.

·       Rechtlich verpflichtend & pädagogisch notwendig: Kinderdatenschutz schützt und stärkt digitale Selbstbestimmung.

·       Niedrigschwellige Hilfen nutzen: Angebote wie Data‑Kids, Internet‑ABC, YoungData & Handysektor liefern sofort einsetzbare, kostenfreie Materialien.

·       Jetzt aktiv werden: Machen Sie Datenschutz zur Routine – nicht zur Hürde.

JETZT HANDELN!

Möchten Sie Einwilligungs‑Workflows optimieren, Elternkommunikation vereinfachen oder ein Workshop‑Konzept entwickeln? 

Jetzt Termin vereinbaren oder schreiben Sie an info@datafreshup.de – wir begleiten Sie auf dem Weg zur DSGVO‑ & KDG‑Konformität. 🚀